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SPAGAT

Mütter und Töchter in der Migration.

Dieser Dokumentarfilm zeigt in einem bunten Kaleidoskop von Interviews und Alltagsszenen die Vielfalt der Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern aus verschiedenen Herkunftskulturen und mit ganz unterschiedlichem Migrationshintergrund in den stürmischen Zeiten der Pubertät - im doppelten Spagat zwischen dem generationenbedingten und dem migrationsbedingten Wertewandel, erzählt differenziert vom Ringen der Töchter um Selbstbestimmung, ohne den Zusammenhalt mit der Familie aufs Spiel zu setzen. Von aussen besehen bewegen sich die Töchter mit Leichtigkeit «in zwei Welten»: in den überlieferten Familienstrukturen, den ethischen Werten und religiösen Traditionen der Herkunftskultur ihrer Eltern und ihrem neuen Umfeld.

Mit erstaunlicher und berührender Offenheit reden die im Film porträtierten Mütter und Töchter über Erziehungsmethoden, Aufklärung, Sexualität, über ihre Zukunftswünsche und -ängste. Von der geschiedenen Flüchtlingsfrau, die nicht weiss, ob sie hier bleiben kann und dennoch eine Ausbildung macht über die mit einem Schweizer verheiratete Hausfrau bis zur Ladenbesitzerin und der Barangestellten; von der 14-jährigen Schülerin bis zur 20-jährigen Arbeitslosen - die Migrationshintergründe und Lebensbedingungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Der Film bedient keine Clichés, idealisiert und beschönigt nicht, dramatisiert aber auch nicht. Er berührt und bringt uns zum Lachen. Wir finden uns auch selber wieder in den pubertären Spannungen und Auseinandersetzungen.

Schmerzhafter ist der Spagat dort, wo die Tradition und/oder die Religion der Eltern den jungen Frauen auch in persönlichen Angelegenheiten kaum Selbstbestimmungsrecht gewährt: wenn die Tochter in der Schule ihren Lieblingssport nicht mehr ausüben darf, wenn die Eltern bestimmen wollen, wen sie heiraten soll. Darüber diskutieren am Schluss des Films 3 bereits erwachsene junge Frauen aus Somalia, Sri Lanka und Kosovo.
Die Regisseurin nimmt bewusst nicht Stellung, liefert keinen Kommentar, sondern lässt die jungen Frauen selber diskutieren. Und das tun sie durchaus kontrovers.

Der Film dauert knapp 60 Minuten und ist in erster Linie gedacht als Sensibilisierungstool für Institutionen im Bereich Migration und Chancengleichheit, für Schulen, Jugendzentren usw.

spagat

hat am Schweizerischen Film- & Videofestival Spiez/Thun den Goldenen Drachen für den besten Dok.film und den Hauptpreis des Festivals gewonnen!

Margrit Pfister · Allmendstrasse 34 · CH-3014 Bern
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